am Dienstag, 12. Februar 2019, im cinedolcevita Bern

SPEZIAL:   DIE ANDERE HEIMAT

wo und wann

Edgar Reitz, Deutschland 2013, Deutsch, Achtung: 235 Min.

Ein Hunsrückdorf Mitte des 19. Jahrhunderts: die Menschen leiden unter großer Armut, Hunger und Willkürherrschaft. Eine Auswandererwelle nach Südamerika schwappt über das Land. Auch Jakob, der Sohn eines einfachen Schmids, träumt von einer Zukunft in Brasilien gemeinsam mit der Tochter eines Edelsteinschleifers. Doch als sein Bruder Gustav aus dem preußischen Militärdienst heimkehrt, zersplittern seine Hoffnungen auf ein anderes Leben.

Auszeichnungen:

  • Deutscher Filmpreis 2014 (Bester Spielfilm, Beste Regie, Bestes Drehbuch)
  • Bayerischer Filmpreis 2013 (Beste Produktion, Bestes Drehbuch)
  • Preis der Deutschen Filmkritik 2013 (Bester Film, Beste Kamera)
  • Prädikat besonders wertvoll

Pressezitate:

  • „Reitz hat ein magisches Kinokunstwerk geschaffen. Die Kamera Gernot Rolls wirkt wie ein Zauberstab …“ Welt.de
  • „Unaufgeregt inszeniertes und nuanciert beobachtetes Historienepos, das sich Zeit für seine Figuren lässt und den Zuschauer emotional und intellektuell fordert.“ Cinema
  • „Reitz hat seinem schon bisher gewaltigen Zyklus noch einmal einen Meilenstein hinzugefügt.“ Süddeutsche Zeitung
  • „Man muss, unter dem frenetischen, überhaupt nicht endenden Applaus des Publikums von Venedig lange suchen, um in der Kinogeschichte ein ähnlich gelungenes Epochenwerk zu finden.“ Frankfurter Allgemeine
  • “Und da versteht man, dass der Film ein ungeheures Meisterwerk ist, das wie der Pfeil zum Schützen stets zu sich zurückkehrt, ohne dabei an sich festzuhalten – das im Vorbeiflug nur kurz und immer anders aufblitzt und berührt, aber niemals endgültig in unserer Gegenwart ankommen kann. ” Phillip Stadlmaier, Süddeutsche Zeitung

 

Mit seiner Heimat-Trilogie hat Regisseur Edgar Reitz den Begriff „Heimatfilm“ neu definiert. Mit dem rund vierstündigen Epos “Die andere Heimat – Chronik einer Sehnsucht”, das zur Zeit des Vormärz spielt, hat Reitz seinem epochalen Zyklus einen weiteren Meilenstein hinzugefügt. Die andere Heimat erzählt eine fast vergessene deutsche Geschichte, eine Geschichte vom Mut und vom Glauben an die Zukunft. Jakob träumt davon auszuwandern, aber nicht um Land in Besitz zu nehmen, sondern um wie die großen Forscher und Entdecker seiner Zeit, neue Erkenntnisse in fernen Landen zu sammeln und die Abenteuer aus seinen Büchern lebendig werden zu lassen. Die Bilder, die Kameramann Gernot Roll dafür findet, sind von einer einmaligen Intensität und entfalten einen geradezu bildhaften Rausch. Bestechend ist die schwarzweiß Optik, an ausgewählten Stellen mit einzelnen farbigen Einsprengseln durchbrochen, die das dörfische Leben in Schabbach gleichzeitig poetisch, aber auch hyperrealistisch wirken lassen. Die Sehnsucht der einfachen Menschen nach einem besseren Leben wird förmlich spürbar.