Category: Filmarchiv

Aurore (Glarus)

Montag, 23. April 2018
Kaffeebar ab 13:30/Filmbeginn 14:30 Uhr

von Blandine Lenoir, Frankreich 2017, Tragikomödie, Französisch gesprochen mit deutschen Untertiteln

Single, arbeitslos und bald Grossmutter: Aurore hat die Krise. Während ihre beste Freundin Mano noch immer flott auf Männerfang geht, hat Aurora längst die Hoffnung aufgegeben, nochmals einen Partner an ihrer Seite zu finden. Ihre ältere Tochter Marina ist schwanger, die jüngere Tochter Lucie kämpft mit Teenieproblemen und sie selbst wird im Arbeitsamt gedemütigt. Niemand scheint sich mehr für sie zu interessieren, nicht mal die automatischen Schiebetüren wollen sich für sie öffnen.

Doch dann trifft sie per Zufall auf Christophe, ihren früheren Jugendschatz. Plötzlich fühlt sie sich wieder jung und verliebt, die Schmetterlinge im Bauch sind zurück. Doch mit Anfang 50 ist das Leben nicht mehr so unbeschwert wie damals. Denn die alten Geschichten haben Spuren hinterlassen, und so droht das alte junge Liebesglück wieder zu scheitern, bevor es richtig begonnen hat.

Unerhört Jenisch (Glarus)

Montag, 19. März 2018
Kaffeebar ab 13:30/Filmbeginn 14:30 Uhr, von Karoline Arn, Martin Rieder, Schweiz 2017, Dokumentarfilm, Schweizerdeutsch gesprochen

Stephan Eicher spielt mit dem Bild des Zigeuners und sucht mit seinem Bruder Erich nach seinen jenischen Wurzeln. Die Spur führt in die Bündner Berge, zu den einst zugewanderten Familien Moser, Waser und Kollegger und ihrer legendären Tanzmusik. Die Familien leben eine faszinierende und leidenschaftliche Musiktradition. Sie prägt die Schweizer Volksmusik, sucht den Blues, brilliert als Chanson oder rebelliert im Punk. „Unerhört jenisch“ erzählt aber auch eine bis anhin ungehörte Geschichte mit vielen Facetten und Tonlagen. Ein Film über das Geheimnis des besonderen Sounds.

Anna Karenina (Glarus)

Montag, 26. Februar 2018
Kaffeebar ab 13:30/Filmbeginn 14:30 Uhr

von Karen Schachnasarow – Shakhnazarov, Russland 2017, Drama, Russisch gesprochen mit deutschen Untertiteln

Die Liebesgeschichte «Anna Karenina» gehört mit ihrer scharfsinnigen Studie der so genannt noblen Gesellschaft zu den besten Romanen, die je geschrieben wurden. Mehr als 60 Mal wurde Tolstois 1878 veröffentlichtes Buch über Ehe und Moral bereits verfilmt. Russlands Altmeister Karen Schachnasarow weiss das und wählte denn auch einen speziellen Blickwinkel für seine Erzählung. Er setzt dreissig Jahre nach dem Tod von Anna an und lässt ihren Liebhaber Wronski mitten in den Kriegswirren von 1904 auf den erwachsenen Sohn Sergei treffen. Der war damals ein Kind und hat die Spannungen zwischen Vater und Mutter nur schwerlich verstehen können.

Während die Haupthandlung Tolstois Meisterwerk folgt, stützt sich Schachnasarow in der Rahmenhandlung auf die Aufzeichnungen des Schriftstellers und Arztes Wikenti Weressajew und dessen persönlichen Erfahrungsbericht. Sergei behandelt als Arzt im Lazarett in der Mandschurai den verletzten Wronski und taucht im Gespräch mit ihm in die Erinnerungen ein. Und wir mit den beiden. Anna Karenina lebt das eheliche Leben mit ihrem Mann und verliebt sich hoffnungslos in den attraktiven Offizier Wronski. Als der Ehemann die Situation begreift, verweigert er seiner Frau die Scheidung, um den Schein zu wahren. Für Schachnasarow hat nie ein Autor besser die Beziehung zwischen Frau und Mann beschrieben, und so bleibt er der Vorlage treu, inszeniert das Buch schnörkellos, damit wir in die Zeit Annas eintauchen können. Schönes Erzählkino in bester Tradition.

Wilde Maus (Glarus)

Montag, 22. Januar 2018
Kaffeebar ab 13:30/Filmbeginn 14:30 Uhr

von Josef Hader, Österreich, Deutschland 2017, Tragikomödie, Deutsch gesprochen

Könige werden zuvorkommend behandelt! Das ist zumindest Georgs Ansicht, der seit Jahrzehnten als etablierter Musikkritiker für eine Wiener Zeitung schreibt. Doch dann wird er überraschend von seinem Chefredakteur (Jörg Hartmann) gekündigt: Sparmassnahmen. Seiner jüngeren Frau Johanna (Pia Hierzegger), deren Gedanken nur um ihren nächsten Eisprung und das Kinderkriegen kreisen, verheimlicht er den Rausschmiss und sinnt auf Rache. Dabei steht ihm sein ehemaliger Mitschüler Erich (Georg Friedrich) zur Seite, dem Georg in seiner neu gewonnenen Freizeit hilft, eine marode Achterbahn im Wiener Prater wieder in Gang zu setzen. Georgs nächtliche Rachefeldzüge gegen seinen ehemaligen Chef beginnen als kleine Sachbeschädigungen und steigern sich, zu immer grösser werdendem Terror. Schnell gerät sein bürgerliches Leben völlig aus dem Ruder…